Was PAG ist

Das Projekt Alternativen zur Gewalt (PAG) e.V. setzt sich ein für die konstruktive Austragung von Konflikten. Diese Arbeit gründet auf der Erfahrung, dass in Konflikten eine verändernde Kraft wirken kann, die neue Wege zur Konfliktlösung ohne Sieger und Besiegte finden lässt.

PAG möchte Menschen durch Förderung von Selbstvertrauen, Wertschätzung, gegenseitigem Respekt, Gemeinschaft, Zusammenarbeit und Vertrauen darin bestärken, in ihrem Leben einen Weg zur Gewaltfreiheit zu beschreiten.

PAG ist offen für alle Menschen, die solche Wege zur Konfliktlösung gehen möchten. Wir sind der Überzeugung, dass eine Kraft zum Frieden jedem Menschen innewohnt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Trainerinnen und Trainer kommen aus verschiedensten Lebensbereichen, Kulturen und Glaubensrichtungen.

PAG ist Teil der weltweiten Gemeinschaft des Alternatives to Violence Project (www.avpusa.org) oder www.avpinternational.org).

Unser Ansatz

Das Projekt Alternativen zur Gewalt (PAG) e.V. möchte, dass Menschen in Würde, mit Selbstachtung und der Freiheit, sich zu verändern, leben können.

Es ist darum ein Ziel der Arbeit von PAG, Menschen zu ermöglichen, Verhaltens- oder Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, um in Konfliktsituationen zwischen Alternativen entscheiden zu können. Die Kraft, mit der oder durch die eine Konfliktsituation konstruktiver lösbar wird, beschreiben sie auch als „verändernde Energie“, die Feindseligkeit und Zerstörung konstruktiv in Kooperation und Gemeinschaft verwandeln kann. Vorgefertigte Handlungsschemata werden bewusst vermieden. Grundsätzlich geht es nicht um eine bedingungslose Gewaltverhinderung des einzelnen nach außen.

Es wird nicht mit Gewalt gegen bestehende gewalttätige Verhaltensmuster agiert, die zu Ignoranz oder Unempfindlichkeit führen sollen, sondern eine innere Stärkung verfolgt, die es dem einzelnen unnötig macht, Gewalt als Lösung anzuwenden- weder sich selbst, noch anderen gegenüber. Hierdurch grenzt sich PAG auch deutlich von herkömmlichen Antiaggressionstrainings ab.

Arbeitsweise

Begriffe wie Religion, Ethik, Moral und Bildung werden im Zusammenhang mit den Kursen vermieden. Das Projekt ist nicht konfessionell ausgerichtet und richtet sich gerade auch an Menschen, die "mit Bildung nix am Hut" haben. PAG betreibt in diesem Sinne keine herkömmliche Bildungsarbeit, die dazu dient, intellektuelles Wissen auszubauen. Vielmehr werden Fähigkeiten gestärkt, die Reflexion der eigenen Wertigkeiten angeregt und ein lernfreundliches Umfeld geschaffen. Dies beruht bei PAG - auch in den Gefängnissen - auf der Basis freiwilliger Teilnahme. Sie führt zu einer erhöhten Bereitschaft, Anregungen und Gedanken aufzunehmen und nach Kursende im Alltag situativ aufzugreifen und weiterzuentwickeln. So gesehen regt PAG zu eigenverantwortlicher persönlichen Weiterentwicklung unter Wahrung der individuellen Grenzen an.

Die Trainerinnen und Trainer von PAG arbeiten in dem Hauptarbeitsbereich Strafvollzug alle ehrenamtlich. Die Kursdurchführung außerhalb des Strafvollzuges (für alle Interessierten offen) trägt sich finanziell prinzipiell selbst. Die Bürokosten, die Kosten für Werbung und die Hälfte der Kosten, die die Kurse in den Gefängnissen verursachen, werden durch Spenden getragen. Die andere Hälfte der Kosten für Kurse im Strafvollzug wird von der Gefängnisseelsorge oder der Verwaltung übernommen. In Kooperationsprojekten zum Aufbau der Arbeit und in Kursen, die wochentags in Schulen stattfinden, arbeiten wir gegen Aufwandsentschädigung/Honorar.

Das Projekt arbeitet nach einer Art Schneeballsystem mit drei Kursebenen – Grund-, Aufbau- und Trainerkurse – und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst als Trainer/Trainerin tätig zu werden.

Das Projekt richtet sich zwar seiner eigenen Tradition entsprechend vorwiegend an Insassen des Strafvollzuges, bearbeitet aber nicht nur gesellschaftlich verurteilte Gewalt, sondern jeweils die für den Teilnehmer oder die Teilnehmerin relevante Variante. Neben der Arbeit in Gemeinden arbeitet PAG auch in Schulen, weitere Bereiche sind im Aufbau.


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